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daheim
27.02.– 18.04.09

Christopher Snee
Cascade 2008/09
Oil and enamel on canvas, 200 x 150 cm
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daheim – so heißt die erste Einzelausstellung von
Christopher Snee in der Gitte Weise Galerie, Berlin.
In seinen neueren Gemaelden werden die Buchstaben CRUX AUSTRALIS zu einer
Montage, einem komplizierten Mosaik. Man kann auch sagen, sie werden zum
zentralen Deutungselement eines Textes.
Crux bedeutet astronomisch gesehen das Kreuz des Suedens, Crux Australis.
Wir kennen es als ein Symbol: die Wahrheit liegt im Sueden und muss dort
gesucht werden. Doch unterschwellig deutet dieser Ausdruck auch die Schwierigkeiten
an, die so unklare und schwammige Begriffe wie wahr und suedlich mit sich
bringen. Wie die Woerter hier oder ich – in der
Linguistik als shifter bekannt – sind sie entscheidend
auf den Kontext angewiesen. Ob Snee diese Aussage hier beabsichtigt hat
oder nicht: unwillkuerlich entsteht der Eindruck, dass wir es hier mit
einem moeglichen Subtext zu tun haben. Es scheinen die dramatischen politischen
Entwicklungen der ersten Jahre des neuen Jahrtausends in Australien auf,
darunter nicht zuletzt die Frage des Asyls für Fluechtlinge. Da liegt
die Crux der Sache, und Crux bedeutet hier also nicht nur den
entscheidenden Punkt, sondern auch eine Situation von verwirrender Komplexitaet.
Snee waehlt die Woerter für seine Kunst mit Bedacht. Ihr Ursprung
ist wichtig. Gleiches gilt fuer die Assoziationen, die uns in seinen gemalten
Varianten in den Sinn kommen. Unter seinen Haenden setzen sie sich zusammen
oder werden erfunden, umgekehrt oder umgedreht, wiederholt oder verborgen
oder einfach isoliert. Der graphische Raum wird in seinen Werken zu einem
tragenden Strukturelement. Der gemalte Text wird zu einer inszenierten
Lektuere. Zu einer visuellen Anordnung, wo die Bedeutung von Woertern
und Buchstaben sich im Raum entwickelt. Wir kennen dies von Schriftzeichen.
Der Betrachter – der Leser – sucht intuitiv nach Anordnungen,
die den Buchstaben Struktur und Sinn verleihen.

Christopher Snee
daheim 2008/09
Oil and enamel on canvas, 150 x 110 cm
Snee veranlasst uns, die Worte nicht nur zu lesen, sondern auch
zu sehen. (Raeumlich lesen und den Raum lesbar machen.) Wir sehen
ihre Bedeutung und ihren Inhalt, und wir schauen ihre Form. Anders als
die lineare Entwicklung der Prosa – die auch unsere fixierte konventionelle
Denkweise bestimmt – spielt Snee frisch und frei mit Bedeutungen
an der Oberflaeche, die bei naeherem Hinsehen verwirrende Unterstroemungen
offenbaren.
Snee macht die semiotischen Voraussetzungen der Sprache und der Malerei
sichtbar. Koerper und Geist des Betrachters werden in Begegnung mit diesen
raetselhaften Werken herausgefordert. Woerter sind nicht mehr durchsichtig,
die Buchstaben gruppieren sich neu, drehen sich um oder ueberlappen sich
gegenseitig und schaffen so eindrucksvolle semantische Spielraeume.
George Alexander, Sydney
Christopher
Snee
Constellation I 2008/09
Oil and enamel on canvas, 200 x 150 cm
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English text
daheim
(at home) is the title of Christopher Snee's first solo exhibition at
Gitte Weise Galerie, Berlin. In his recent paintings, the letters CRUX
AUSTRALIS become the montage word, a composite mosaic unit or basic textual
node.
Crux astronomically is the Southern Cross, Crux Australis. A
common reference to finding true south, the term also underlies the undecidable
or slippery character of true and south. Like the terms "here"
or "I" - known in linguistics as "shifters" - they
rely critically on context for their meaning. Whether it is Snee's point
here or not, one cannot help but consider a possible sub-text: the political
dramas unfolding in Australia in the early years of the millennium - the
issue of asylum for refugees for example not the least resonant - the
crux of the matter also comes to mean not only the decisive point,
but also a point of perplexing difficulty.
Snee places importance in the origin of his chosen words as well as the
associations we make with his painted variants. In his hands they are
composed or invented, inverted or reversed, repeated and concealed, or
simply isolated. He uses graphic space as a structural agent in his works.
The painted text becomes a way of staging reading as a visual constellation,
where the meaning of words and letters behave spatially like ideograms.
The viewer-reader intuitively searches for configurations that might organise
the letters.
Christopher
Snee
Reef 2008/09
Oil and enamel on canvas, 150 x 110 cm
Likewise he makes us see words as well as read them.
(Reading the volume and making the volume readable). We look at their
significance and content as well as their form. Unlike conventional linear
progression in prose - which also determines our lockstep conventional
way of thinking - he plays fast and loose with surface meaning revealing
intriguing textual undertows.
Snee's breakdown of the semiotic premises of language and painting activates
both the body and the mind’s encounter with these quizzical works.
Words cease to be transparent, as letters combine, reverse, or overlay,
to create potent semantic slippages.
George Alexander, Sydney
Christopher
Snee
TUO-EDISNI 2008
Oil
and enamel on canvas,
150 x 110 cm
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contact the Gallery for further information and visuals.
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